Vertreterversammlung - Geschäftsjahr 2012

Rekordergebnis seit Bestehen der Volksbank Saarpfalz eG

  • Attraktives Geschäftsmodell
  • Engagement ist mehr als ein kurzfristiges Interesse
  • Volksbank Saarpfalz eG steigert Ihre Bilanzsumme 
  • Kreditvergabe erneut ausgeweitet
  • Kritik: Beraterregister stellt Mitarbeiter unter Generalverdacht

Die Volksbank Saarpfalz eG wehrt sich dagegen, für die Probleme von Banken in Europas Krisenstaaten in Haftung genommen zu werden. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die verschiedenen nationalen Einlagensicherungen zu einem Haftungsverbund zu verpflichten. Davon wäre auch die Einlagensicherung der deutschen Genossenschaftsbanken betroffen. „Eine europaweite Gleichschaltung von Risiken und Haftung würde den riskanten Geschäftsmodellen wieder freie Hand lassen“, betonte Brünnler. „Sie würde außerdem der Unterschiedlichkeit innerhalb der Bankenwelt nicht Rechnung tragen.“ Die seit 80 Jahren erfolgreiche genossenschaftliche Einlagensicherung schütze das Ersparte zu 100 Prozent und bis zu jeder Summe.
 

Kritik an Beraterregister

Kritik übte Brünnler auch an dem Beraterregister, an das alle deutschen Banken seit Ende 2012 die Namen ihrer Kundenbetreuer melden müssen. Hierbei werden nach Einschätzung des Vorstandsmitgliedes Bankberater unter einen Generalverdacht gestellt und gemeldet, wohingegen bspw. in Flensburg Verkehrssünden nur dann gemeldet werden, wenn diese auch tatsächlich erfolgt sind. Mit dem Beraterregister soll nach Angaben der Bundesregierung der Schutz der Anleger vor Falschberatung erhöht werden. Das Vorstandsmitglied fügte hinzu, das Beraterregister bewirke nur zusätzliche Bürokratie. 
 

Grauer Kapitalmarkt gehört ebenfalls in den Anlegerschutz

Zudem erhob er die Forderung, „die Politik sollte sich endlich der Regulierung des Grauen Kapitalmarkts zuwenden. Ein verlässlicher Anlegerschutz müsse für alle Kunden von Finanzdienstleistern gelten, nicht nur für Bankkunden. Jedoch übten sich viele europäische Politiker derzeit lieber in Symbolpolitik“. Seiner Meinung nach gehöre dazu auch die Zentralisierung der Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB). „Es wird der EZB kaum gelingen, nationale und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. Eine zentrale europäische Bankenaufsicht macht daher nur für große, systemrelevante Institute Sinn.“ Für 2013 wünscht die Volksbank Saarpfalz eG von der Politik Planungssicherheit. „Wir Genossenschaftsbanken finden für unser nachhaltiges Wirtschaften viel Lob“, führte das Vorstandsmitglied Helmut Scharff aus. „Daher verlangen wir, uns nicht täglich mit der Umsetzung von kurzfristig erlassenen neuen Regeln befassen zu müssen. Wir können schließlich auch nicht jeden Tag ein neues Finanzprodukt auf den Markt bringen und erwarten, dass unsere Kunden den Überblick behalten.“

Kreditengagement ausgeweitet

Im hart umkämpften Markt für das Kundengeschäft konnten wir erneut Erfolge vorweisen. Im Kreditbereich bewährte sich der regionale Finanzdienstleister auch in 2012 als verlässlicher Kreditgeber im Privat- und Firmenkundengeschäft, führte Helmut Scharff aus. Mit einem bilanziellen Neugeschäftsvolumen von rd. 41 Mio. -vorrangig im gewerblichen Kundenkreditgeschäft- positioniert sich die Volksbank erneut als Partner des Mittelstandes. Die Kundenforderungen stiegen um 6,8 Mio. € auf nunmehr rd. 205,6 Mio. € an. Das betreute Kundenkreditvolumen bei den Partnern des Genossenschaftlichen Finanzverbundes konnte sowohl im Bereich des Ratenkreditproduktes „easyCredit“ als auch im Bereich der vermittelten Bauspar-, Hypotheken- und Kommunaldarlehen gegenüber dem Vorjahr sogar um weitere 11,6 Mio. € und somit um 22 % auf nunmehr 63,5 Mio. € ausgebaut werden. Das betreute Gesamtkundenkreditvolumen erhöhte sich somit um insgesamt 6,8% auf 284 Mio. €.

Vertrauen der Anleger ist da

Die Kundeneinlagen nahmen im Jahr 2012 um 6,6 Mio. € zu. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus setzten die Kunden vor allem auf täglich fällige Einlagen. „Uns als Genossenschaft vertrauen die Kunden ihr Erspartes besonders gern an“, hob Scharff hervor. „Dies gelte gerade in Zeiten unruhiger Finanzmärkte. Das betreute, außerbilanzielle Kundenanlagevolumen konnten wir um 14 Mio. auf jetzt rd. 148 Mio. EUR steigern. Das ermutige die Bank, ihr Geschäftsmodell der Kundennähe und des Bekenntnisses zur Region konsequent weiterzuführen“.

Kundengesamtvolumen auf hohem Niveau

Das Kundengesamtvolumen bewegt sich weiterhin auf erfreulich hohem Niveau. „Diese Kennzahl ist für uns vor allem deshalb von Bedeutung, da sie die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite inklusive der von uns betreuten Produkte unserer Verbundpartner, wie zum Beispiel der Bausparkasse Schwäbisch Hall oder der R+V Versicherungen wiedergibt. Hier haben wir nochmals um 5,6% zugelegt und erreichen mittlerweile rd. 764.903 Millionen Euro“, machte Bankvorstand Helmut Scharff deutlich.

Geschäftsmodell lockt Mitglieder / 5,5 Prozent Dividende für Mitglieder

Unsere Bank gehört mit rd. 16.200 Teilhabern zu den größten Mitgliedervereinigungen der Region. „Es lohnt sich, Mitglied bei Ihrer Volksbank Saarpfalz zu werden. Die Mitgliederentwicklung der letzten Jahre zeigt, dass wir hier auf einem guten Weg sind“, freute sich Wolfgang Brünnler. Nach der Zustimmung zum Jahresbericht und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Mitgliedervertreter einer Dividende von 5,5 Prozent für das Jahr 2012 zu. Durch das gute Geschäftsjahr 2012 konnten wir unser Eigenkapital um insgesamt 4,8 Mio. € stärken. Die Bilanz sowie das Geschäftsergebnis spiegeln eine solide und in den Geschäftsfeldern ausgewogene Geschäftspolitik wider.

Gut für die Region

In der „regionalen Leistungsbilanz 2012“ dokumentieren wir unsere Verbundenheit mit der Region als Steuerzahler mit Steuerleistungen von mehr als einer Millionen Euro, als Arbeitgeber mit 98 Arbeitsplätzen, als Ausbilder für 9 Auszubildende und als verlässlicher Partner für gemeinnützige Einrichtungen sowie Vereine mit Spenden und Sponsoringgeldern. Zudem tragen wir mit unseren 16 Geldautomaten mit dazu bei, dass die Genossenschaftsbanken mit mehr als 18.000 Geldautomaten ein hohes Netz zur Bargeldversorgung Ihrer Mitglieder und Kunden unterhalten.

Blick auf 2013

Bei allen Erfolgen warf der Vorstand auch einen kritischen Blick in die Zukunft des Bankensektors, der sich ihrer Einschätzung nach nachhaltig verändern werde. Die anhaltende Niedrigzinsphase wie auch die verstärkte Regulatorik bspw. für Berichts-, Dokumentations- und Meldepflichten drücken auf die Ertragskraft und lassen Spielräume immer enger werden, stellte der Vorstand heraus. Vor diesem Hintergrund werde man den Grundsatz beibehalten, dass eine gute und vertrauensvolle Kundenberatung Kunden länger bindet als Zinslockangebote. In Anbetracht dessen wird unsere Bank weiterhin in die Beratungsqualität der Mitarbeiter investieren und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit an einem effizienten Kosten- und Risikomanagement ausrichten.

Beim Ausblick nutzte Wolfgang Brünnler die Gelegenheit und verwies darauf, dass die Volksbank Saarpfalz im Rahmen der bundesweiten Ausschreibung für das Thema „Finanzielle Bildung fördern“ mit einem bisher noch nie vergebenen Sonderpreis ausgezeichnet wurde. „Frauen und Finanzen – scheinbare Gleichheit“ so das Thema, das ironisch, amüsant aber dennoch ernst am 05.09.2013 im Kulturzentrum Saalbau aufgegriffen wird.